3D Printing: Aus Daten werden Produkte und Geschäftsmodelle

by Susanne Wagner (comments: 0)

Workshop mit Dr. Andreas Leupold, Ingolf F. Brauner und Markus Geier

Im gleichnamigen Workshop lernen Teilnehmer am Beispiel des industriellen 3D-Druck, wie Daten zum wertvollsten Material für die Herstellung von Konsum- und Industriegütern werden und wie sich Unternehmen auf die daraus folgenden Änderungen ihres Geschäftsmodells vorbereiten müssen.

Der Workshop soll den Teilnehmern bewusst machen, dass die Digitalisierung der Konstruktion und Produktion kein bloßes Zukunftsthema mehr ist, sondern längst begonnen hat und große Chancen aber auch Risiken mit sich bringt, die aktiv gesteuert werden müssen, um im Wettbewerb zu bestehen und Rechtsnachteile zu vermeiden. Die Referenten zeigen anhand praktischer Beispiele, worauf es dabei ankommt, welche Rolle die Geschäftsprozesse spielen und warum die technische und rechtliche Absicherung ineinandergreifen müssen, damit aus dem Schlagwort der Industrie 4.0 eine Erfolgsgeschichte wird.

 

3D Printing: Aus Daten werden Produkte und Geschäftsmodelle

von Dr. Andreas Leupold, Ingolf F. Brauner und Markus Geier

 

Über kaum ein Wirtschaftsthema wird gerade mehr geschrieben als über die Digitalisierung von Konstruktions- und Produktionsprozessen im Rahmen von Industrie 4.0. Besonders greif-bar wird diese Datafizierung („Datafication“) im industriellen 3D-Druck, bei dem ohne die sonst benötigten Werkzeuge aus Daten Produkte erzeugt werden, die sich mit anderen Verfahren so nicht herstellen lassen.

Neben dem 3D-Druck ermöglicht auch das Internet of Things (IoT) ganz neue digitale Geschäftsmodelle wie etwa die Predictive Maintenance, bei der anhand der Maschinendaten erkannt wird, wann Verschleißteile ausgetauscht werden müssen, bevor sie ausfallen. Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die solche Leistungen selbst an-bieten oder nutzen, oftmals viel zu spät nach dem Eigentum an Daten fragen und die Nutzung ihrer Daten in geeigneten Verträgen regeln. Daten sind mittlerweile der neue Rohstoff in der digitalen Produktion und müssen als wertvolles Unternehmensvermögen besonders geschützt werden und wie bei allen anderen Vermögenswerten empfiehlt sich hier eine ganzheitliche, interdisziplinäre Strategie auszuarbeiten, in der alle wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Parameter berücksichtigt sind. Je mehr Konstruktions- und Prozessdaten standortübergreifend ausgetauscht werden, desto wichtiger wird die Datensicherheit.

Umso alarmierender ist es deshalb, dass derzeit noch kaum ein Unternehmen qualifizierte Datensicherheitsüberprüfungen durchführt, die alle relevanten Angriffsziele abdecken. Dabei enthalten Konstruktions- und Fertigungsdaten meist auch Geschäftsgeheimnisse, zu deren Schutz neben der Implementierung angemessener technischen Maßnahmen vor allem eine wirksame vertragliche Absicherung erfolgen muss. Der Abschluss eines üblichen Non-Disclosure Agreement (NDA) reicht hierfür aber nicht mehr aus. Digitale Ökosysteme müssen vielmehr so abgesichert werden, dass den veränderten rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen Rechnung getragen wird. Wer sich auf unbekanntem Terrain bewegt, muss sich zudem vor Trittbrettfahrern in Acht nehmen, die seine Produkte oder gleich das ganze Geschäftsmodell kopieren. Dazu müssen neue technische Lösungen zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit (Traceability) von Produkten genutzt und gewerbliche Schutzrechte erworben und durchgesetzt werden.

Nur so wird sich auch eine Produkthaftung für Imitationen vermeiden lassen, die Vorstände und Geschäftsführer auch persönlich treffen kann. Die neuen Herausforderungen im Wettbewerb, der keine Ländergrenzen kennt, wird am Ende derjenige am besten meistern, der die Digitalisierung als fach- und bereichsübergreifend angeht und als strategisches Vorhaben begreift, das die uneingeschränkte Unterstützung der Geschäftsleitung benötigt. Wer sich dann noch die Unterstützung durch einem im Technologierecht versierten Anwalt sichert, neue Geschäftsmodelle durch einen unabhängigen Experten im Wandel prüfen lässt und rechtzeitig erfahrene Cyber Security Spezialisten zur Absicherung seiner Entwicklung und Produktion hinzuzieht, wird auch das Ziel „überholen statt überholt werden“ sicherer erreichen.

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