Material Innovativ wird zu MatX

by Christian Potzernheim-Zenkel (comments: 0)

Neue Materialien, die viele Eigenschaften vereinen, die leichter, stärker, flexibler und effizienter sind, werden unser künftiges Leben komplett verändern. Sie sind entscheidend für bahnbrechende Innovationen in allen Lebens- und Technikbereichen. Materialforschung ist die Grundlage unserer modernen Lebensweise. Ohne sie ist Fortschritt nicht möglich. Über 70 Prozent aller technischen Innovationen gehen auf Neue Werkstoffe zurück. Wie sehr Materialien unsere Zukunft formen werden zeigt die Internationale Konferenz MatX 2018, ein neues Zukunftsformat der Bayern Innovativ GmbH für nationale und internationale Vordenker der Materialszene.

MatX – hier passiert Zukunft.

Dr. Christian Potzernheim-Zenkel (CPZ) und Dr. Tobias Schwarzmüller (TS), Projektleiter für die Konferenz MatX 2018 über materielles Vor- Quer- und Nachdenken im Gespräch.

  1. Material Innovativ war das bisherige Flaggschiff des Clusters Neue Werkstoffe und der Bayern Innovativ im Bereich Neue Werkstoffe - eine renommierte und bundesweit etablierte Branchenplattform. Was ist anders an MatX 2018?

CPZ:  Material Innovativ entwickelte sich in den letzten 15 Jahren zu einem erfolgreichen und anerkannten Szenetreffpunkt der Materialbranche. Material Innovativ ist sozusagen ein erfolgreicher Klassiker. Wir empfinden es als spannende Herausforderung diese beliebte Veranstaltung neu zu interpretieren, zu inszenieren und an die Erfordernisse der Branche anzupassen. Die hochinnovative Materialszene verändert sich rasant und braucht neue flexible und interaktive kommunikative Formate, um den Austausch und Informationsfluss zu beschleunigen. Unsere Antwort darauf: MatX 2018.

 

  1. MatX“ - ein Name, der Spannung und Neugierde erzeugen soll?

TS: Bei MatX 2018 geht es um die Erfahrung von neuen Materialien, um das Wissen, wo man neue Werkstoffe in der Zukunft einsetzen können wird, um den Austausch zwischen „erfahrenen“ Fachleuten, Entwicklern und Technologen. Das X steht für „Xperience“, die Erfahrung, das technische Knowhow, welches für die Entwicklung und den gewinnbringenden Einsatz neuer Werkstoffe notwendig ist. Mit MatX wollen wir Zukunft passieren lassen, zeigen, welche neuen Entwicklungen und Technologien die Zukunft prägen werden.

 

  1. Also mal kurz die Reset-Taste gedrückt und alles auf Null und von vorne? Oder lassen sich noch die „Erfolgsspuren von Altbewährtem“ erkennen?

TS: Erfolgsfaktor Nummer eins waren und bleiben unsere Akteure, Experten, Entwickler, junge Wissenschaftler, Anwender, Vor- und Querdenker und Innovationsexperten mit neuen Ideen aus Bayern und Deutschland. Sie können und sollen ihr Knowhow und ihre Entwicklungen präsentieren, zur Diskussion stellen und für andere Branchen zugängig machen. Dieser interdisziplinäre Austausch ist dringend notwendig und macht auch nicht an bayerischen oder deutschen Grenzen halt. Aus diesem Grund werden wir auch aus dem Ausland führende Unternehmen, Technologievorreiter und Forschungsinstitute einbinden – um deren Wissen auch in Bayern zugänglich zu machen. Es ist uns wichtig, auf bisherigen Partnerschaften und Beziehungen aufzubauen, sowohl national als auch international. Aber gerade der Wunsch einer intensiveren Einbindung unserer langjährigen Partner ist einer der Gründe für Veränderung.

CPZ: Die Neugestaltung soll unseren Teilnehmern mehr Freiräume für einen offeneren und kreativeren Ideenaustausch bieten. Sie soll neue Wege der Zusammenarbeit aufzeigen. Wissen braucht Freiraum, offene Konzepte und eine bessere Sichtbarkeit. So sollen die Teilnehmer beispielsweise durch wegweisende, visionäre Vorträge und Kurzsessions informiert und aktiviert werden, sie sollen schon alleine beim Zuhören neue Ideen entwickeln und diese im Anschluss auch offen in Workshops, B2B-Gesprächen und in der Ausstellung diskutieren können. Hierfür aktivieren wir unsere Partner, Fördergeldgeber und andere Netzwerke, um den Teilnehmern ein möglichst breites Informationsspektrum rund um die Materialforschung, neue technologische Entwicklungen und die aktuelle Förderlandschaft zu bieten.

 

  1. Vor der Frage der Darbietungsform kommt natürlich primär die nach dem Inhalt. Mit welchen thematischen Akzenten möchte MatX 2018 seine Teilnehmer fit für die Zukunft machen?

 

CPZ: Es geht nicht darum, Zukunft voraus zu sagen, sondern auf sie vorbereitet zu sein. Wer mit seinen Produkten und Verfahrensweisen keine Antworten auf Fragen der Zukunft bereithält, erlebt diese vielleicht gar nicht mehr. Wegweisende Parameter der Materialforschung und -anwendung sind Multi-Materials Design, Additive Manufacturing und Sustainability. Wieviel Design steckt im Material von morgen? Fügen, Verknüpfen, Kombinieren, diese Methoden führt das Themenfeld Multi-Material-Design zusammen um leichtere und materialeffizientere Bauteile herzustellen. Als ein weiteres wichtiges Technologiethema der letzten Jahre hat sich die Additive Fertigung in Bayern immer mehr etabliert. Führende Unternehmen und Institute wurden aufgebaut und finden weltweit Anerkennung. Additive Fertigung in der Kombination mit Neuen Materialien entspricht einer Revolution, deren Ausmaße momentan nur zu erahnen sind. MatX 2018 wird die Herausforderungen dieser Technologie diskutieren.

TS: Ein weiterer Aspekt: Nachhaltigkeit. Ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft. Ein sehr strapazierter Begriff, aber gerade bei der Herstellung von neuen Werkstoffen wird es zunehmend wichtiger, sich mit Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Dabei stehen Nachhaltigkeit und neuartige Werkstoffe, Leichtbau oder neue Fertigungsverfahren nicht im Widerspruch. Biobasierte Materiallösungen, neue und effizientere Recyclingverfahren oder Technologien zu verbesserter Ressourceneffizienz sind nur einige Themen.

 

  1. Die Nürnberg Messe ist nicht nur Veranstaltungsort. Diese Wahl hatte durchaus auch thematische Beweggründe?

CPZ: Für eine Kooperation mit der Messe Nürnberg sprach der Raum für eine Expansion der Veranstaltung und somit unbegrenzte Inszenierungs- und Umsetzungsfreiheiten. Darüber hinaus bietet der Messeplatz Nürnberg mittelfristig aufgrund vieler materialspezifischer Messen vielfältige thematische Kooperationspotenziale die eine permanente Weiterentwicklung des Formats zulassen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

TS: Während Material Innovativ wechselweise in verschiedenen Städten gastierte, hat MatX mit dem Messeplatz Nürnberg jetzt auch einen festen, gut erreichbaren und infrastrukturell bestens ausgestatteten Veranstaltungsort.

 

Go back